14 Tage mit dem Mietwagen durch die Canadian Rockies

Maligne Lake - und dahinter majestätisch die Canadian Rockies

Endlose Weite, dichte Wälder, zahlreiche Seen, beeindruckende Bergwelten, Grizzly’s, Schwarzbären und Elche – all das wird mit Kanada assoziiert. Und genauso ist es auch – nur live einfach tausendfach schöner, bewegender, emotionaler. Eins weiß ich schon jetzt: Das war nicht das letzte Mal.

Mietwagen-Rundreise durch Kanada – die beste Reisezeit

Kanada lässt sich das ganze Jahr über bereisen, und sicher hat jede Jahreszeit ihren Reiz. Wir waren im Sommer da (Ende Juni), und die Landschaftskulisse hat uns extrem beeindruckt. Weitläufige Wälder, türkisfarbene Seen und im Hintergrund die schneebedeckten Canadian Rockies.

Der Winter in Kanada ist bestimmt auch sehenswert, wenn alles im Schnee liegt und ihr nur noch mit Schneeketten fahren dürft. Kanada im Winter wollen wir deshalb auf jeden Fall auch nochmal erleben.

Welche Route haben wir ausgewählt – und warum?

Für mich besteht ein Urlaub nicht ausschließlich aus Aktivitäten (die ihr in Kanada durchaus Fulltime machen könnt), sondern auch darin, einfach mal einen Tag am See zu sitzen oder gemütlich mit dem Auto durch die Landschaft zu cruisen.

Obwohl sicher einige von Euch gerade durch sportliche Aktivität bzw. Wandern wunderbar entspannen können, um schnell vom Alltag zuhause abzuschalten.

Wir haben uns diesmal dazu entschlossen, nicht jeden Tag die Unterkunft zu wechseln – obwohl wir auch das schon oft gemacht haben. Stattdessen haben wir unsere 14-tägige Mietwagen-Rundreise durch Kanada auf 6 Unterkünfte verteilt.

Die Strecke Vancouver – Calgary ist sehr beliebt und wird von allen Reiseveranstaltern – mit Mietwagen-Rundreisen im Programm – angeboten. Das hat uns nicht abgeschreckt, und wir haben uns auch für diese Route entschieden.

Wir starten in der Provinz British Columbia. Von Vancouver nach Vancouver Island, von dort nach Whistler und Wells Gray. Anschließend geht’s in die Provinz Alberta und dort nach Jasper, Banff, und zu guter Letzt nach Calgary.

Gebucht haben wir bei erlebe-fernreisen.de – mit diesem Veranstalter haben wir schon einige Mietwagen-Rundreisen gemacht, unter anderem nach Costa Rica, Mexiko, Marokko und Indien. Neben diesem Reiseveranstalter empfehlen wir Euch auch chamäleon Reisen – dieser Reiseveranstalter hat für uns die Mietwagen-Rundreise Namibia / Botswana / Zimbabwe organisiert.

Mietwagen in Kanada – nehmt einen SUV!

Eins haben wir schätzen gelernt: Für lange Strecken – und die fahrt ihr in Kanada – ist ein SUV optimal. Ihr sitzt deutlich höher als im PKW, könnt also auch mal über das Gebüsch am Fahrbahn-Rand gucken und mit etwas Glück einen Elch oder Bär sehen.

Falls Ihr euch die Fragen stellt: Ist ein SUV nicht zu gross? Was ist mit Parken? Keine Sorge, Platz gibt es reichlich in Kanada. Die Fahrbahnspuren sind extrem breit, ebenso die Parkplatz-Markierungen in Städten. Ihr seht sowieso kaum kleine PKW’s wie in Europa. Selbst ein SUV zählt in Kanada zu den kleineren Autos, meistens werdet ihr Pickup’s sehen.

Vancouver – perfekter Start für Eure Rundreise

Vancouver liegt direkt am Pazifik, und zählt weltweit zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität. Vancouver ist mit ca. 500.00 Einwohnern recht überschaubar. Wobei hier gefühlt die Hälfte Asiaten sind, daher wird Vancouver auch gerne Hongcouver genannt. Überhaupt ist West-Kanada ein extrem beliebtes Reiseziel der Asiaten, und wird 3x täglich 3 aus Peking, Shanghai und HongKong angeflogen.

Wir haben uns den Stanley Park mit den Totempfählen, die Künstler-Insel Granville Island sowie das historische Viertel Gastown angeschaut. Viel mehr gibt es aus unserer Sicht auch nicht zu sehen. Chinatown könnt Ihr durchaus weglassen, vor allem wenn Ihr bereits Chinatown in San Francisco oder New York gesehen habt. Zwei Tage in Vancouver daher reichen locker aus – und ihr kriegt den Jetlag in den Griff.

Gastown

Water Street - die Shoppingmeile in Gastown
Water Street – die Shoppingmeile
The Old Spaghetti Factory in Gastown
The Old Spaghetti Factory in Gastown

Stanley Park

Touristen vor den Totempfählen im Stanley Park
Touristen vor den Totempfählen
Touristen vor den Totempfählen
Touristen vor den Totempfählen

Granville Island

Die Markthalle auf Granville Island
Die Markthalle

Nach Vancouver Island mit der Fähre

Das Hafen-Gelände in Tsawwassen für die Fähren ist schon recht beeindruckend. Wir werden mit unserem SUV auf eine der 30 Spuren für die Fähre eingewiesen. Als die Fähre ankommt, fahren wir auf eines der vier Auto-Decks, die jeweils 8 Spuren haben. Auch Busse, LKW’s und riesige Wohnmobile sind mit an Bord. Ich bin immer wieder fasziniert von solch gigantischer Technik und Ingenieursleistung.

Anlegestelle der Autofähre nach Vancouver Island
Anlegestelle der Autofähre nach Vancouver Island

Auch die Überfahrt mit der Fähre macht Spaß. Die ca. zwei Stunden von Tsawwassen nach Nanaimo vergehen recht schnell. Haltet Euch auf dem oberen Deck auf, da habt ihr eine fantastische Aussicht – und wenn Ihr Glück habt, tummeln sich ein paar Wale im Wasser.

Drei Tage auf Vancouver Island

Unsere nächste Unterkunft liegt in Tofino, dort bleiben wir drei Tage – und das lohnt sich auch. Wir passieren auch den Pacific Rim Nationalpark. Für die Hardcore-Wanderer unter euch: Hier verläuft der 75 km lange West Coast Trail.

Als Kinogänger und Sci-Fi Fan kommt mir sofort der Blockbuster Pacific Rim in den Sinn, den ich schon mehrfach zu Hause gesehen habe. Auf Nachfrage bei den Ortsansässigen hat der Film aber nichts mit dem Nationalpark gemeinsam – es gibt hier keine Erdspalte bzw. zwei Kontinentalplatten, die aneinander stossen.

Tofino

Tofino zählt zu den beliebtesten Zielen auf Vancouver Island. Viele Kanadier, mit denen wir auf unserer Reise gesprochen haben, schwärmen von Tofino, und fahren da auch gerne mal zum Wochenende hin.

Wasserflugzeuge sind in Tofino ein beliebtes Verkehrsmittel
Wasserflugzeuge sind in Tofino ein beliebtes Verkehrsmittel

Der Ort ist wirklich recht klein und schnuckelig mit traumhafter Lage. Es gibt keine Beton-Burgen oder Hochhäuser, nur kleine Häuschen mit max. zwei Etagen. Für uns ist das genau richtig, mal abzuhängen und gemütlich die nähere Umgebung zu erkunden. Dazu zählt:

Ucluelet

Ucluelet ist ebenfalls bei Wanderern – zu denen wir allerdings nicht zählen – sehr beliebt. Sehens- bzw. laufenswert ist der Pacific Trail. Einen Teilabschnitt sind sogar wir gewandert.

Long Beach

Long Beach ist der Strand für Surfer. Wobei der Begriff Strand nicht mit dem vergleichen ist, was ihr bei europäischen oder karibischen Sonnenzielen unter Strand versteht. Hier gibt es keine Bars, Sonnenliegen und -schirme, oder Strandverkäufer.

Hier ist in unter anderem – und generell in Kanada – die Twilight-Saga gedreht worden. Daher haben wir fast die gleichen Motive fotografiert.

Long Beach - einer der Drehorte der fünfteiligen TWILIGHT-Saga
Long Beach – einer der Drehorte der fünfteiligen TWILIGHT-Saga

Whistler

Nach den drei sehr schönen Tagen auf Vancouver Island geht unsere Fahrt weiter. Mit der Fähre zurück nach Vancouver, von dort direkt weiter nach Whistler. Hier wurden im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2010 die alpinen Skiwettbewerbe ausgetragen.

Die Olympischen Ringe in Whistler
Die Olympischen Ringe in Whistler
Standup-Paddling auf dem Lost Lake
Standup-Paddling auf dem Alta Lake

Außer dem Alta Lake empfinden wir Whistler nicht als besonders spannend oder attraktiv. Die Stadt ist jedoch touristisch sehr gut erschlossen. Kulinarisches aus aller Welt, Souvenir-Shops, Shopping-Malls, Supermärkte. Doch wie bereits anfangs erwähnt:  In West-Kanada ist die Fahrt durch die Landschaft DAS absolute Highlight, die Orte liegen nur einfach strategisch optimal auf der Route Vancouver – Calgary. Nach einer Übernachtung geht es am nächsten Tag weiter zum:

Wells Gray Provincial Park

Wir übernachten in Clearwater bei einem deutschen Paar, welches vor 7 Jahren hierhin ausgewandert sind. Da das Thema Flüchtlingskrise und Brexit gerade brandaktuell sind, diskutieren wir angeregt mit dem Paar. War Interessant, deren Sichtweise zu hören, zusammengefasst:

Wir sind weit weg, kennen diese Probleme in Kanada selbst überhaupt nicht. Ihr werdet Euch noch wundern, was in den nächsten 10 Jahren auf Euch in Europa zukommt. Wir werden niemals nach Deutschland zurückkehren und sind froh, vor 7 Jahren ausgewandert zu sein.

River Rafting

Auf dem Clearwater River machen wir eine Rafting-Tour mit, für uns reicht das Anfänger-Level. Wenn Ihr das schonmal gemacht habt, könnt ihr das meiner Meinung nach ruhig weglassen, so spektakuläres gibt es nicht zu sehen. Dann lieber an einem Samstag auf den Farmer’s Market, einfach mal in das lokale Alltagsleben eintauchen.

River Rafting auf dem Clearwater River
River Rafting auf dem Clearwater River

Jasper National Park

Jetzt sind wir schon im Jasper Nationalpark und damit in der Provinz Alberta.

Auf der Fahrt dorthin passieren wir den Mount Robson, mit 3954 Metern der höchste Berg der sogenannten Canadian Rockies. Die Spitze ist fast immer von Nebel umhüllt, so auch bei uns an diesem Tag. Ein Stop lohnt sich aber immer.

Der Ort Jasper ist recht überschaubar, touristisch jedoch gut erschlossen, ähnlich wie Whistler. Dieses Mal wohnen wir in einer Anlage mit Blockhütten, welche direkt am Athabasca River liegt.

Auf Bärensuche – am besten zwischen Jasper und Banff

Am morgen stehe ich recht früh auf (06:30 Uhr), um Fotos in der Sonnenaufgangs-Stimmung zu machen. Da sehe ich eine Gruppe der Gäste recht aufgeregt am Strassenrand stehen. Auf meine Frage, was denn los sei, erfahre ich, daß ein Bär in der Anlage herumgelaufen ist. Und wie Touristen nun mal sind, rennen Sie alle dem Bär hinterher, um ein Foto zu machen, am besten noch in Umarmung mit dem Bär.

Übrigens sind die Asiaten da echt schmerzfrei – Hauptsache, das Kind steht für’s Foto max. 2 Meter vom Bär entfernt. Dieses Gehabe gefällt – verständlicherweise – den Rangern überhaupt nicht. Die Ranger wohnen meist in oder in unmittelbarer Nähe von Bär-gefährdeten Unterkünften. Unser Ranger hat dann einen Warnschuss abgefeuert, damit der Bär verschwindet.

Eins vorweg: Ihr müsste überhaupt keine Angst vor Bären haben, vor allem nicht, wenn Ihr mit Reno Sommerhalder, dem Bärenmann, unterwegs seid.

Ja, ihr habt richtig gehört: Dieser Mann hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Bären zu schützen. Der Schweizer lebt seit 30 Jahren in der Nähe von Banff. Wir haben per Zufall durch ein anderes deutsches Pärchen von ihm erfahren und ihn natürlich direkt bzgl. Tages-Expedition kontaktiert. Hier geht’s zu meinem Beitrag: Ausflug mit Reno Sommerhalder – dem Bärenmann in Kanada.

Kanada liebt seine Bären

Nachdem ich selbst mehrere Schwarzbären sowie einen Grizzlybär in freier Wildbahn aus nächster Nähe gehen habe, kann ich das 100-prozentig nachvollziehen. Wirklich beeindruckende Tiere.

Schwarzbär mit Bärenbaby in der Umgebung von Jasper
Schwarzbär mit Bärenbaby
Mit viel Glück zu sehen: Ein Grizzlybär
Mit viel Glück zu sehen: Ein Grizzlybär

Icefields Parkway – Gletscherwanderung

Der Klimawandel ist unaufhaltsam. In nur einem Monat (Mitte Mai bis Mitte Juni) ist auf diesem Gletscher ein Meter Eis geschmolzen. Wenn ihr also einen Gletscher besteigen wollt, solltet ihr das in nicht allzu ferner Zukunft machen. Sonst müsst immer höher klettern, um das Eis zu erreichen. Auf unseren Rundreisen durch Skandinavien und Island war eindeutig zu erkennen, dass das Eis nur noch in enormer Höhe vorhanden ist.

Lohnt sich, solange es noch möglich ist: Eine Gletscherwanderung auf dem Icefields Parkway
Lohnt sich, solange es noch möglich ist: Eine Gletscherwanderung

Phantastische Seen auf der Route Vancouver – Calgary

Auf unserer Fahrt passieren wir unzählige Seen. Viele sehen wir nur durch die Seitenscheibe, weil man mit dem Auto nicht näher rankommt. Doch es gibt genügend Seen, die per Auto erreichbar und einen Besuch wert sind. Hier haben wir einen Stopp eingelegt: Maligne Lake, Patricia Lake, Medicine Lake, Moraine Lake, Peyto Lake, Bow Lake, Lake Louise, Lake Miennewanka.

Einer der bekanntesten Seen ist der Lake Louise. Da er in der Nähe des beliebten Touristen-Orts Banff  liegt, ist es hier dementsprechend voll. Tipp: Fahrt danach unbedingt ein paar Kilometer weiter zum Moraine Lake – diesen finde ich persönlich sogar noch schöner.

Moraine Lake
Moraine Lake
Pyto Lake - das Wasser ist tatsächlich so türkis, unglaublich
Peyto Lake
Medicine Lake
Medicine Lake

Banff

Die letzte Station unserer Mietwagen-Rundreise ist Banff. Der Ort zählt zu den Touristen-Hochburgen in Atlanta, obwohl hier nur 10.000 Einwohner leben, und mehr sind gesetzlich auch nicht erlaubt. Viele Menschen aus dem Dienstleistungsgewerbe (Hotels, Gastronomie etc.) wohnen daher benachbarten Orten, wie z.B. Canmore.

Wir bleiben zwei Tage hier, shoppen ein bisschen und erkunden die nähere Gegend. Wir frühstücken im Wild Flour Bakery Café, sehr beliebt, doch ihr findet in der Regel einen Platz. Bei Roots auf der Banff Avenue kaufe ich mir noch ein paar schöne T-Shirts.

Sulphur Mountain

Eine Fahrt mit der Gondel auf den Sulphur Mountain (2450m) lohnt sich, vor allem bei schönem Wetter. Die Aussicht ist wirklich grandios.

Beeindruckende Aussicht vom Sulphur Mountain
Beeindruckende Aussicht vom Sulphur Mountain

Beeindruckende Aussicht vom Sulphur Mountain

Ein Dickhorn-Schaf am Lake Minnewanka
Ein Dickhorn-Schaf am Lake Minnewanka

Fazit

Ganz einfach: Kanada ist traumhaft, jederzeit wieder!

Weiterführende Informationen

Reiseveranstalter

erlebe-fernreisen.de

Reno Sommerhalder

Website

Ausflug mit Reno Sommerhalder – dem Bärenmann in Kanada

Kommentare

Kannst du dir vorstellen, mit dem Mietwagen durch die Canadian Rockies zu cruisen? Oder warst du bereits da? Welche Jahreszeit hat dir besser gefallen: Sommer oder Winter? Schreib doch einfach einen Kommentar, ich freue mich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.