Ausflug mit Reno Sommerhalder – dem Bärenmann in Kanada

Reno Sommerhalder (links)

Ja, ich gebe es zu: Natürlich möchte ich einen Grizzly-Bär auf unserer Tour sehen. Von einem Touristen-Pärchen erhalten wir den entscheidenden Tipp: Mit Reno Sommerhalder einen Ausflug machen.

Wo könnt ihr in Kanada Bären sehen?

Theoretisch überall, ihr müsst nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Nach sechs Tagen unserer Mietwagen-Rundreise durch West-Kanada sind wir in Clearwater angelangt – und hatten bisher kein Glück.

Um die Chance, einen Bären zu sehen, zu erhöhen, habe ich schon zwei Dinge in Erfahrung gebracht: Erstens: Ganz früh aufstehen, heißt 05:00 Uhr. Zweitens: Die beste Gegend sei die Strecke zwischen Jasper und Banff, da sollen Bären recht nah am Straßenrand zu sehen sein.

Das lässt mich hoffen, denn Jasper und Banff liegen noch vor uns. Beim Frühstück in unserer Unterkunft in Clearwater lernen wir ein deutsches Pärchen kennen. Und die erzählen ganz begeistert von Reno Sommerhalder, der nahe Banff lebt.

Ich rufe ihn direkt an und vereinbare mit ihm einen Tagesausflug. Dass wir noch einen Termin ergattern können, ist wirklich enormes Glück. Reno erhält neben Touristen wie uns laufend Anfragen von Reportern aus Radio + TV, welche er mit auf Bären-Expedition nimmt.

Und los geht’s: Mit Reno auf Bärensuche

Wir treffen uns am frühen Nachmittag mit Reno am Bahnhof von Banff. Ich würde ich nicht als typischen Touristen-Guide bezeichnen, allein schon deshalb, weil er nur mit Sweatshirt, Drei-Viertel Hose sowie Flip-Flops bekleidet ist. Wir dagegen sind vollkommen winterfest gekleidet.

Nach der wirklich herzlichen Begrüßung geht’s direkt los. Unser Auto lassen wir stehen und fahren bei Reno mit. Zu Beginn erklärt er uns: „Ich kann euch keine Bären oder Elche garantieren, wohl aber eine Fahrt durch einzigartige Landschaften“. Ehrlich und vollkommen nachvollziehbar, ein Grizzlybär wäre trotzdem schön…

Nach ca. einer Stunde Fahrt fährt Reno langsamer, weil er in der Ferne das Auto eines Rangers am Straßenrand sieht. Er erklärt uns, dass die Ranger meist dort parken, wo Bären zu sehen sind.

Die Ranger sehen es überhaupt nicht gerne, wenn Touristen auf der Straße anhalten, womöglich noch aussteigen, um zwecks Foto nah an einen Bär ranzukommen. Deshalb hoffen wir, dass der Ranger irgendwann wegfährt. Nach weiteren 30 Minuten er endlich weg, denn er hat Feierabend! Das wusste Reno anscheinend.

icefields-parkway-peyto-lake-kanada

Endlich: Ein Grizzly-Bär

Jetzt fahren wir langsam zu der Stelle, wo das Auto des Rangers stand, und schauen rechts aus dem Fenster. Während ich nichts außer Wiese und Gebüsch erkenne, hält Reno an. Und tatsächlich: Ein Grizzly-Bär bewegt sich gemütlich im Gebüsch, bis er nach einigen Minuten herauskommt und in seiner ganzen Pracht zu sehen ist.

Wir erfahren von Reno eine ganze Menge. Er setzt sich seit über 30 Jahren für die Erhaltung der Bären ein, und kennt ihre Verhaltensmuster. So erzählt er uns, dass sich die Bären in Kanada inzwischen an die Menschen gewöhnt haben bzw. gewöhnen mussten. Denn ihre Nahrung finden sie meist im Tal – und dort leben die Menschen.

So hat uns auch dieser Grizzly-Bär direkt wahrgenommen, ist aber sichtlich unbeeindruckt. Für mich sieht er – trotzt seiner gewaltigen Größe – mit seinem glänzenden Fell irgendwie kuschelig aus, wenn er sich auf die Wiese legt und am Löwenzahn knabbert.

Obwohl Reno sicher schon hunderte Grizzly-Bären gesehen hat, ist er von diesem Exemplar selbst so beeindruckt, dass er seine Kamera hervorholt und jede Menge Fotos schießt. Wohlgemerkt: Aus dem Auto, keiner steigt aus.

grizzly-baer-blick-aus-auto-kanada

grizzly-baer-kanada-2-von-4

grizzly-baer-kanada-3-von-4

grizzly-baer-kanada-1-von-4

grizzly-baer-kanada-4-von-4

Überleben in der Natur

Nach diesem absoluten Highlight fahren wir weiter durch die wirklich eindrucksvolle Landschaft. Nach einiger Zeit halten wir erneut und wandern ein Stück einen Berg hinauf. Reno wandert mit seinen Flip-Flops, was für ihn scheinbar normal ist. Wir erreichen eine Lichtung mit einer Wiese. Reno erzählt uns, dass viele Blumen und Pflanzen essbar sind, und wir probieren daher mal. Allein überleben können in der Natur – das ist Reno sehr wichtig.

Viele Pflanzen hier kann man essen
Viele Pflanzen hier kann man essen

Abendstimmung über den Canadian Rockies

So langsam machen wir uns auf den Rückweg. An einer Lichtung am Straßenrand entdeckt Reno einen Elch. Dieser huscht aber recht schnell wieder in den Wald. Auch ein Schneehase sowie ein Wapiti-Hirsch läuft uns noch über den Weg.

Langsam geht die Sonne unter und wirft schönes Licht über die Bergspitzen der Canadian Rockies sowie über die Seen. Gegen 22:30 Uhr sind wir wieder zurück in Banff.

elch-banff-alberta-kanada

schneehase-banff-alberta-kanada

sonnenuntergang-canadian-rockies

sonnenuntergang-vermilion-lakes-kanada

Fazit:

Für uns hat sich die Expedition mit Reno Sommerhalder mehr als gelohnt. Selbst wenn wir keinen Grizzly-Bär und Elch gesehen hätten: Reno selbst ist einfach ein sehr sympathischer, interessanter Mensch. Er hat mit viel Leidenschaft über seine Sorge bzgl. der Bären-Lebensräume erzählt. Uns hat der Ausflug sehr viel Spaß gemacht.

Weiterführende Informationen für Euch:

Reno Sommerhalder

Website

Kommentare:

Hast du bereits Bären in freier Wildbahn gesehen? Wo hast du sie gesehen? Warst du fasziniert oder beängstigt – oder beides zugleich? Wenn du magst, schreibe doch einfach einen Kommentar.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.