Mein Botswana-Highlight: Safari im Moremi Wildreservat

Über 350 Vogelarten - hier der Yellowbilled Hornbill, auch "Flying Banana" genannt

Safari ist überall das Gleiche? Kommt drauf an – wann, wo, wie und vor allem: Mit wem. Der Tagesausflug mit einem erfahrenen Guide hat sich für uns definitiv gelohnt. Und – ein bisschen Glück gehört auf einer Safari halt immer dazu.

Unterkunft: Am besten im Maun am Thamalakane River

Auf unserer 2-wöchigen Mietwagen-Rundreise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe sind wir nach 1 Woche in Maun angekommen. Unsere Unterkunft, die Thamalakane River Lodge, gefällt uns sehr, zumal wir in einem sehr schönen Bungalow-ähnlichem Zimmer untergebracht sind, mit direktem Blick und Weg zum ca. 50 Meter Thamalakane River. Nur die Hinweisschilder Be Aware of Hippos and Crocodiles direkt vor unser Tür geben uns etwas zu denken. Aber man muss halt Kompromisse eingehen, wenn man eine schöne Lage möchte…

Blick aus unserer Lodge: Sonnenuntergang über dem Thamalakane River
Blick aus unserer Lodge: Sonnenuntergang über dem Thamalakane River
Interessantes Warnschild vor unserem Bungalow - aber ich gehe trotzdem mal an den Fluss
Interessantes Warnschild vor unserem Bungalow – aber ich gehe trotzdem mal an den Fluss

04:30 Uhr: Fahrt mit dem Jeep in das Moremi Wildreservat

Als Fotograf bin ich es ja gewohnt, auf Reisen sehr früh aufzustehen. Zum einen ist die goldgelbe Lichtstimmung einfach traumhaft, zum anderen sind in Afrikas Parks viele Tiere nachtaktiv und schlafen tagsüber versteckt in den Büschen. Ich empfehle Euch daher dringendst, am Abend davor früh ins Bett zu gehen. Ein leckerer afrikanischer Rotwein ist bestimmt hilfreich…

Trotzdem: 04:30 Uhr ist schon extrem früh für uns beide. Machen wir nicht Urlaub? Pünktlich auf die Minute kommt unser Guide Dadu mit seinem Jeep auf den Parkplatz gerast. Dadu ist sowas von hellwach und gutgelaunt, dass wir sofort von ihm mitgerissen werden. Er lacht viel und ist absolut sympathisch, ich schätze ihn so auf Anfang 20. Könnte auch locker Animateur sein.

Dadu - unser Guide für diesen Ausflug. Super Typ, the best guide ever!
Dadu – unser Guide für diesen Ausflug. Super Typ, the best guide ever!

Noch ist es kalt. Wir erhalten von ihm Ponchos, da sein Jeep offen ist. Dadu gibt mächtig Speed, unterhält sich mit uns während der ganzen Fahrt, immer die richtige Dosis, nie unangenehm. Ich denke mir: Super, so kann der Tag starten.

Zum South Gate des Moremi Wildreservats fährt man von Maun – da wo unsere Unterkunft liegt – gute 90 Minuten. Das Gate öffnet um 06:00 Uhr. Daher also der 04:30 Abholtermin. Dadu will keine Zeit verlieren und uns einen perfekten Tag bescheren.

Die Fahrt im Sonnenaufgang ist traumhaft schön, auch wenn es im Jeep ganz schön holpert, raue Schotterpiste. Ich vertraue in die Robustheit der Jeeps, die müssen sowas halt abkönnen. Wie sich später zeigt – auch ein Jeep kann mal einen Platten haben.

Moremi Wildreservat Highlight #1 – Der erste Leopard

Bedenkt, dass in Afrika die Wildreservate und Parks nicht umzäunt sind – in meinem Bekanntenkreis ist das nicht jedem klar. Manche meinen, jeder Park ist im Prinzip ein großer Zoo. Dem ist nicht so, und demzufolge sieht man schon auf der Fahrt zum Gate einige Tiere.

Und das passiert uns auch. Nur ist es nicht irgendein Tier, sondern ein Leopard – der generell nicht so leicht zu erspähen ist. Der Leopard überquert im Zeitlupentempo einfach vor uns über die Straße, und wir halten natürlich an. Ich will Fotos, Fotos, Fotos!

Der Leopard ist so nah und könnte theoretisch in den Jeep reinspringen, das löst schon ein kleines Herzklopfen bei uns aus. Dadu beruhigt uns, dass so etwas praktisch nie vorkommt. Darüber hinaus ist der der Leopard müde – er dreht sich noch ein letztes Mal zu uns um, bevor er im Gebüsch verschwindet.

06:00 Uhr morgens und völlig überraschend: Ein Leopard kreuzt unsere Strasse...
06:00 Uhr morgens und völlig überraschend: Ein Leopard kreuzt unsere Strasse…
...und dreht sich nochmal für uns um - und Foto!
…und dreht sich nochmal für uns um – und Foto!

Bevor wir das South Gate des Morami Wildreservats erreichen, sehen wir auch noch Elefanten und Zebras.

Ebenfalls morgens auf unserer Fahrt: Ein Elefant am Straßenrand
Ebenfalls morgens auf unserer Fahrt: Ein Elefant am Straßenrand

Früh am South Gate zu sein hat den Vorteil, dass wir sofort durchfahren können. Kein anderer Tourist oder Guide zu sehen, und zum Glück keine Touristenbusse. Nach einer weiteren Stunde Fahrt halten wir auf einem kleinen Rastplatz an, Dadu baut einen Tisch auf und serviert uns ein Frühstück.

Dadu bereitet uns ein Frühstück im Freien
Dadu bereitet uns ein Frühstück im Freien

Die Tierwelt im Moremi Wildreservat – nicht nur Big Five

Danach geht’s weiter auf die Pirsch, Dadu sieht Spuren eines Löwen, und fortan heißt es bei ihm: Let’s catch the Lion! Um es vorwegzunehmen: Wir haben leider keinen Löwen gesehen – aber wie ich bereits anfangs erwähnte: Die Portion Glück gehört einfach dazu.

Nach ca. 1 Stunde gibt auch Dadu auf, den Löwen weiter zu suchen. Wir fahren gemütlich durch das abwechslungsreiche Morami Wildreservat und kriegen wirklich vieles von der Tierwelt zu sehen – jedoch nur, weil unser Guide alles erspäht. Teilweise mit Fernglas, teilweise mit bloßem Auge. Alleine wären wir sicher fast überall vorbeigefahren.

Zwei Elefanten im Moremi Wildreservat

Das sieht manchmal recht gefährlich aus: Zwei Impala-Männchen im Kampf
Das sieht manchmal recht gefährlich aus: Zwei Impala-Männchen im Kampf

Eine Giraffe isst Blätter

Reifenpanne: Ein kleiner Hauch Abenteuer

Inzwischen ist es recht heiß geworden, und mein Poncho liegt auf dem Sitz. Wir halten auf einer Wiese vor einem größeren See an. Ich denke mir, Dadu hat bestimmt wegen der Krokodile und Nilpferde angehalten, die wir dort gut sehen können. Der wahre Grund heißt: Platten im Jeep.

Während Dadu routiniert den Reifen wechselt (jeder Jeep mit Guide hat ZWEI Reservereifen), steigen wir aus und trauen uns zu Fuß etwas näher an den See. Die Krokodile liegen auf der anderen Seite am Ufer, die Nilpferde schwimmen gemütlich im Wasser. Nur was ist, wenn ein Krokodil plötzlich vor uns aus dem Wasser erscheint? Dann müssen wir eben schnell zum Jeep laufen.

Passiert halt mal auf einer Safari: Eine Reifenpanne
Passiert halt mal auf einer Safari: Eine Reifenpanne
Zwei Nilpferde im See...
Zwei Nilpferde im See…
...und am Ufer liegen zwei Krokodile - oder warten die auf etwas?
…und am Ufer liegen zwei Krokodile – oder warten die auf etwas?

Ich mache nur Spaß, zu keiner Zeit hatte ich hier das Gefühl, es ist gefährlich für Menschen. Zumal unser Guide uns immer im Blick hatte.

Wir fahren weiter, links und rechts Elefanten, Giraffen, Rhinozerosse, Zebras, Antilopen, Impalas. Ich empfehle Euch, öfter mal den Blick nach oben zu richten. Die Vogelwelt im Moremi Wildreservat ist phantastisch und reichhaltig, es existieren dort über 350 Arten.

Und hier sein Bruder - der Redbilled Hornbill, auch "Flying Paprika" genannt
Der Redbilled Hornbill, auch „Flying Paprika“ genannt
Vogelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten - der Lilac Breasted Roller
Vogelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten – der Lilac Breasted Roller
Neben den Tierbeobachtungen ist auch die abwechslungsreiche Landschaft sehenswert
Neben den Tierbeobachtungen ist auch die abwechslungsreiche Landschaft sehenswert

Moremi Wildreservat Highlight #2 – eine Gepardenfamilie

Geht es Euch auch so wie mir? Das, was seltener oder nur mit viel Glück zu sehen ist, ist automatisch ein Highlight.

Dadu hält unverhofft an, und das kann nur Gutes bedeuten – denn der Reifen-Platten ist ja behoben. Und tatsächlich, mittels Fernglas identifiziert er den sich bewegenden dunklen Fleck auf der Wiese als Gepard. Wir fahren vorsichtig und möglichst leise näher ran. Jetzt sehen wir nicht nur den Geparden deutlich besser, sondern das eigentliche Highlight: 3 kleine Geparden, die noch ein ganz zersaustes, strubbeliges Fell haben, laufen der Mutter hinterher – welche übrigens durch ein Ortungs-Halsband jederzeit auffindbar ist.

Selten zu sehen: Ein Gepard...
Selten zu sehen: Ein Gepard…
...und ihre zwei Gepardenbabys
…und ihre zwei Gepardenbabys

Auf dem Rückweg zum Gate zeigt uns Dadu einen Sausage Tree, die deutsche Bezeichnung lautet Leberwurstbaum (lat. Kigelia). Warum? Das seht ihr auf den Bildern. Obwohl in ganz Afrika verbreitet, habe ich den Sausage Tree bei meinen anderen Afrika-Reisen noch nicht bewusst wahrgenommen.

Der Sausage Tree, besser bekannt als "Leberwurstbaum"
Der Sausage Tree, besser bekannt als „Leberwurstbaum“
Eine Frucht des Sausage Tree - die sollte euch besser nicht auf den Kopf fallen
Eine Frucht des Sausage Tree – die sollte euch besser nicht auf den Kopf fallen

Auf unserer Rückfahrt zur Thamalakane River Lodge halten wir noch ein letztes Mal, um eine Horde Elefanten an einem Wasserloch zu beobachten. Es scheinen Familien zu sein, die Eltern stehen stets unmittelbar neben ihren Kindern – wieder ein schönes Fotomotiv als Erinnerung.

Elefantenfamilien am Wasserloch

Fazit: Ein unvergessliches Erlebnis

Abends im Restaurant resümieren wir beide einstimmig: Schöner hätte der Tag definitiv nicht sein können. Alles hat gestimmt: Entertainer Dadu, die Fahrt im Sonnenaufgang, das Frühstück, die Reifen-Panne als kleines Abenteuer, das entspannte Herumfahren in dem wirklich schönen Moremi Wildreservat. Und natürlich unsere persönlichen Highlights: Der Leopard und die Geparden-Familie.

Was kann man außer Safari noch in Maun unternehmen?

Maun liegt am Okavango Delta, dieser Name (in Verbindung mit dem Okavango River) wird euch bei Botswana-Recherchen sehr häufig begegnen. Wir haben uns eine Helikopter-Rundflug über das Okavango-Delta gegönnt – und es nicht bereut.

Mehr dazu lest ihr in meinem Artikel: Botswana Tipp: Helikopterflug über das Okavango Delta (folgt)

Meine Fotoausrüstung für eine Safari

Für die Fotografen unter Euch: Schaut doch mal in meinen Artikel: Welche Fotoausrüstung benötige ich bei einer Safari (folgt)

Weiterführende Informationen für Euch:

Thamalakane River Lodge

Website

Tripadvisor

Arco Vision PTY Ltd (Expedition Moremi Wildreservat)

Website

Kommentare:

Hat dich mein Artikel neugierig gemacht? Reizt dich eine Safari? Planst du vielleicht gerade einen Urlaub mit dem Mietwagen durch Botswana? Möchtest du eigene Erfahrungen und Tipps ergänzen?

 

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